Rassestandard

Rasseportrait: Staffordshire Bull Terrier

Der Staffordshire Bull Terrier zählt in vielen Bundesländern zu den „gefährlichen Listenhunden“. Viele sehen in ihm nur einen Kampfhund. Doch ist er das wirklich?

Trotz seiner überschaubaren Größe von maximal 40,5 cm Schulterhöhe sollte man den Staffordshire Bull Terrier nicht unterschätzen. Sein kurzes glattes Fell ist oft rot, weiß, schwarz, falb, blau oder auch gestromt. In seinem breiten, ausgeprägten Dickschädel steckt ein intelligenter, begeisterungsfähiger und beharrlicher Charakter, der durch konsequente Erziehung auch Grenzen erfahren sollte. Eine gute Sozialisierung macht ihn zu einem pflegeleichten Hund. Er liebt es, wenn es in seiner Familie lebhaft zugeht und erweist sich dabei als anpassungsfähig und sprichwörtlicher Fels in der Brandung. In Großbritannien trägt er den Beinamen „nanny dog“ (Kindermädchen-Hund) und gehört zu den beliebtesten Familienhunden. Denn ihm anvertraute Kinder lässt er nicht aus dem Blick. Um ihn geistig und körperlich zu fordern und seinen Spieltrieb zu befriedigen, sind Spaziergänge allein oft nicht genug. Ball- und Suchspiele kommen ihm besonders entgegen.

Dass wir dieser Rasse in Deutschland so selten begegnen, liegt an der Gesetzgebung: Über drei Viertel aller Bundesländer stufen den Staffordshire Bull Terrier als gefährlich ein und reglementieren seine Haltung massiv.*

* aus der Ausgabe 6 / 2014  von DER HUND!

 

Herkunft und Geschichte
Vor ca. 250 Jahren tauchten in Englandzum ersten Mal Hunde auf, die man für die Vorfahren der
 heutigen Staffordshire Bullterrier hält. Es waren kleine, bullige Hunde, die von den Bergleuten des„Black Country“(Mittelenglandum Birmingham und der Grafschaft Staffordshire) gehalten und gezüchtet wurden. Sie lebten damals mit ihren Besitzern in den engen Wohnungen der Arbeitersiedlungen und durften daher nicht allzu groß sein. Ihre Funktion bestand ursprünglich und ähnlich wie beim Yorkshire-Terrier darin, Ratten zu vernichten. Aus dem Rattenjagen entwickelte sich das „Rattenbeißen“, ein blutiger Sport, bei dem der Hund gewann, der in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Ratten tötete. Anschließend – ab ca.1810, allerdings anfänglich unter anderem Namen – war der Staffordshire Bullterrier als klar abgetrennte Hunderasse die bevorzugte Kampfhundlinie für Kämpfe Hund gegen Hund in Englands Grafschaft Staffordshire. Die Bull-and-Terrier, wie die Rasse damals noch hieß, wurden zu Statussymbolen der Arbeiterklasse in den Kohlegebieten. Rennen und Hundekämpfe waren – auch
durch Wetteinsätze bei solchen Veranstaltungen – neben dem Verkauf der Welpen eine Möglichkeit, das karge Einkommen aus der Arbeit unter Tage aufzubessern. 1835 verbot England als erstes Land in Europa Tierkämpfe, und die Zucht dieser Hunde
konzentrierte sich von da an auf ihre andere Stärke, ihre große Familientauglichkeit - die sie aus dieser Zeit mitbrachten. 1935 wurde diese Rasse dann vom Kennel Club , dem Verband der englischen Hundezüchter, als eigene Rasse anerkannt; seitdem wurde der Rassestandard nicht unwesentlich verändert (1948 und 1987). Die Änderung mit den stärksten Auswirkungen war die
Reduzierung der erwünschten Höhe um 5,1 cm ohne dabei das Höchstgewicht anzugleichen, was aus dem Staffordshire Bullterrier einen für seine Größe eher schweren Hund machte. Laut Rassestandard gehört Intelligenz sowie eine ausgesprochene Menschen- und Kinderfreundlichkeit zu den primären Zuchtzielen.In Großbritannien zählt der Staffordshire Bullterrier heute zu den
häufigsten Hunderassen. In der Statistik des Kennel Club liegt er mit 12.629 registrierten Hunden nur gut 100 Exemplare hinter dem Deutschen Schäferhund an fünfter Stelle.
Eine Namensähnlichkeit besteht zum American Staffordshire Terrier , einer aus den USA stammenden Rasse, die sich Ende des 19. Jahrhunderts aus den gleichen Vorfahren entwickelt hat, aber etwas größer ist.
 
 
 
Rassestandard
 
F.C.I. Standard Nr.
76 / 20.01.1998 / D
 
URSPRUNG:
Großbritannien.
KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 3 Terrier, Sektion 3 Bullartige Terrier, Ohne Arbeitsprüfung.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS: 24.06.1987.
 
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Glatthaarig, gut ausgewogen, sehr kräftig für seine Größe, muskulös, aktiv und beweglich.
 
VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):
Hochintelligent und liebevoll, besonders zu Kindern.Tapfer und absolut zuverlässig.
 
KOPF: Kurz.
Oberkopf: Schädel:
Gleichmässig tief und breit.
Stop: Deutlich.
 
GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm: Schwarz

Fang:Kurz.
Kiefer / Zähne: Kiefer stark, Zähne groß, mit einem perfekten, vollständigen und regelmäßigen
Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift. und die
Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Lefzen: Straff und Makellos.
Wangen: Sehr ausgeprägte Wangenmuskeln.
Augen: Dunkel bevorzugt, können aber auch
einen gewissen Bezug zur Haarfarbe haben. Rund und von
mittlerer Größe; so eingesetzt daß sie geradeaus blicken. Dunkle Lidränder.
Ohren: Rosen- oder Halbstehohr, weder groß noch schwer. Vollständiges Schlapp- oder Stehohr höchst
unerwünscht.
HALS: Muskulös, eher kurz, klar im Umriß und sich zu den Schultern hin verbreiternd.
 
KÖRPER:
Körper gedrungen.
Obere Profillinie: Gerade.
Brust: Breite Front; Brustkorb tief, muskulös und klar umrissen. Rippen gut gewölbt.
 
RUTE:
Mittlere Länge, tiefer Ansatz auslaufend in eine Spitze und ziemlich tief getragen.
Soll nicht stark gebogen sein, eher vergleichbar mit einem Pumpenschwengel alter Form.
 
GLIEDMAßEN:
Vorderhand: Läufe gerade und von guter Knochenstärke, eher weit auseinander stehend, ohne eine
Schwäche in den Vordermittelfüßen zu zeigen, von denen aus die Pfoten ein wenig nach außen gerichtet
sind.
Schultern: Gut zurückliegend.
Ellenbogen: Nicht lose.
Hinterhand: Gut bemuskelt. Läufe von hinten betrachtet, parallel.
Kniegelenke: Gut gewinkelt.
Sprunggelenke: Gut tiefstehend.
 
Pfoten:
Gut gepolstert, kräftig und von mittlerer Größe. Krallen schwarz bei einfarbigen Hunden.
 
GANGWERK:
Frei, kraftvoll und flink mit rationellem Kraftaufwand. Von vorne und von hinten betrachtet, bewegen sich dieLäufe parallel. Erkennbarer Schub aus der Hinterhand
 
.HAARKLEID:
Haar:  Glatt, kurz und dicht.
Farbe: Rot, falb, weiß, schwarz oder blau, oder eine dieser Farben mit weiß. Gestromt in jeder Schattierungoder gestromt mit weiß. Schwarz mit Loh oder leberfarben ist höchst unerwünscht.
 
GRÖßE UND GEWICHT:
Gewicht:
Rüden 12,7 - 17 kg (28 - 38 lbs),Hündinnen: 11 - 15,4 kg ( 24 - 34 lbs).
Größe:
Erwünschte Widerristhöhe: 35,5 - 40,5 cm (14 - 16 inches).
Diese Größen im richtigen Verhältnis zum Gewicht.
 
FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung ingenauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
 
N.B.:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensackbefinden.

 



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